Was uns Leben lässt…

Schwechater Fastentuch 2005 von Max Rauch

… aufatmen können …
     … aus dem Vollen schöpfen …
          … die Freiheit genießen
               … das Leben spüren …
                    … zu sich selbst finden…
                         … aufblühen …
                              … einfach leben!

Diese tiefen Sehnsüchte bewegen wohl jeden Menschen. Denn das Alltagsleben spielt oft andere Seiten: Zwischen Erwartungen und Forderungen, im Druck von Beruf, Familie und Eigenberei-chen, in Krisen des persönlichen Lebens wie auch des Miteinanders eingezwängt werden dieser-art Sehnsüchte oft erstickt – und doch dringen sie immer wieder an die Oberfläche.

All das hat Eingang in das Thema unserer Fastenzeit „Was uns leben lässt…“ gefunden und stellt uns das von Max Rauch geschaffene Fastentuch vor Augen: Die Zirbe links oben holt sich ihre Lebenskräfte tief aus dem Erdreich – das sprudelnde Wasser beseelt sie.

Ohne Wasser gibt’s kein Leben, die Welt dürrt aus, Wüste verbreitet sich, es herrscht Tod. Doch durch das Quellwasser, das die Zirbe umspült und zum Schattenspender macht, werden auch Weinstock und Getreide zum Gedeihen gebracht.

Wasser ist unerlässlicher Zusatz für Brot (Alltag) und Wein (Fest). Brot und Wein sind hier Zei-chen für unser Leben, in dem sich Gott uns schenkt: Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit. Die-se Wirklichkeit des Lebens (dargestellt im alltäglichen Brot und festlichen Wein) bieten die geöff-neten Hände Gottes uns dar. In Brot und Wein drückt sich für Christen aber auch das liebende sich Hinschenken Gottes in Jesus an uns Menschen aus: Er wird nicht nur Mensch, sondern sogar Brot & Wein für uns: „… hingegeben zum Leben der Menschen!“

Wasser hat aber auch zerstörerisches Potential – die Flutkatastrophe in Süd-Ost-Asien hat es so schrecklich spüren lassen. Es gilt, aus den vielen Möglichkeiten unseres Lebens das Unheil zu bannen und Leben zu fördern. Wasser war im Alten Testament für Moses und die Israeliten die letzte Rettung in Ihrer verzweifelten Situation. Im Glauben an Gott schlägt Moses an einen Felsen und es öffnete sich eine Quelle.

Vielleicht können wir die Fastenzeit dazu nützen, uns auf unsere Lebensquellen neu zu besinnen, auf das was uns Leben lässt, auf die Felsen, die unsere Lebensquellen zurückhalten und die es zu öffnen gilt – wir wollen nachspüren, was uns leben lässt…

fastentuch 2005

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