Schwechater Fastentuch 2013

Zuwendung
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute,
besonders der Armen und Bedrängten aller Art,
sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.
Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches,
das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.“
(II Vatikanisches Konzil, Beginn der Konstitution „Gaudium et Spes“ 1)
Der Schwechater Künstler Max Rauch gestaltet zum 13. Mal ein riesiges Fastentuch;
intensiver Austausch zwischen Pfarrgemeinde und ihm führt die inhaltlichen Linien zu einem Gesamtkunstwerk zusammen.

Zur Entstehung
Dieser intensive Prozess läuft nun schon das 13. Jahr: Ab dem Herbst jeden Jahres beginnen die Vorüberlegungen: eine mehrwöchige, intensive Gesprächsphase und dann die Zeit der Umsetzung… Seit Jahren gestaltet der Schwechater Künstler Max Rauch (selbst jahrelang im Pfarrgemeinderat und nach wie vor engagierter Mitarbeiter im Sozialprojekt Zirkelweg der Pfarre Schwechat, wie auch anderen Pfarrbereichen) ein Fastentuch für die und vor allem auch mit der Pfarre Schwechat. Quer durch die Medienlandschaft erregt dieser Vorgang alljährlich große Aufmerksamkeit – 2007 hat „gottesdienst“, die bedeutendste Fachzeitschrift für Liturgie im deutschsprachigen Raum, diesem Schwechater Vorgang 2 Sonderseiten gewidmet.
„Die inhaltliche Auseinandersetzung in verschiedensten Gruppen & Teams der Pfarre durch viele Wochen ist ein höchst spannender Prozess!“, erzählt Pfarrer Gerald Gump vom 13. in dieser Form entstandenen Fastentuch. „Und dann ist’s immer wieder großartig, wie produktiv unser Max auf die verschiedenen Ideen eingeht und sie in seine Pläne integriert – und dann wieder auch zu verwerfen bereit ist, wenn aus den unzähligen Gesprächen wieder eine neue Richtung entsteht!“
Ein oftmaliger Austausch zwischen dem Gesprächsprozess in der Pfarre über das „was bei den Menschen im Raum steht“ und den künstlerischen Ideen von Rauch bildet den Boden für das alljährliche Gesamtkunstwerk, welches dann die ganz Fastenzeit über die zum Bild gewordene Impuls-Welt vor Augen hält.
Wochenlang werden in der Pfarrgemeinde Visionen und Ideen gewälzt, was für die bevorstehende Fastenzeit „ansteht“! Im Blick auf die vorgesehenen Bibeltexte der Fastensonntage, auf das, was allgemein gesellschaftlich „im Raum steht“, wie auch die konkreten Menschen bewegt, wird intensiv nachgespürt & geplant. Der Künstler Rauch verarbeitet diese Ideen in einen ersten Entwurf, der wieder gemeinsam angesehen, überlegt und verändert wird; oftmals geht es da hin und her – allgemein wird darüber gesprochen, in Pfarrgemeinderat, Vorstand, Liturgiekreis und Pastoralteam werden die Ideen konkretisiert.
In den letzten Tagen vor dem Aschermittwoch wird der Endstand dann umgesetzt – was bei den gewaltigen Ausmaßen von 5 x 4,5 Metern die nächste, große Herausforderung ist. „Ich selbst sehe das Bild immer erst ganz, wenn es fertig ist.“ erzählt Rauch. „Zwischendurch kann ich manchmal von einer Leiter den Gesamt-Eindruck erahnen, mehr aber ist nicht möglich!“ Ab Aschermittwoch hängt das Tuch dann 40 Tage bis zur Osternacht in der Schwechater Pfarrkirche und hält die wesentlichen Linien der Fastenzeit damit laufend vor Augen. Und: Alle Tücher der letzten Jahre sind quer durch Österreich „unterwegs“ – es gibt schon eine „Warteliste“, welches Tuch in welchem Jahr in welche Pfarre vergeben werden kann. Derzeit hängen „Schwechater Fastentücher“ der letzten Jahre u. a. in den Pfarrkirchen von Bad Vöslau, Mannswörth, Maria Ellend, Purbach, Schönbrunn Vorpark, Schwadorf, St. Margarethen an der Raab, der Heimatgemeinde von Max, sowie in der Seniorenresidenz Oberlaa.

Zu den inhaltlichen Impulsen
„Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid!“ ruft Gott aus dem „brennenden Dornbusch“ dem Mose entgegen (Ex 3). Und er „outet“ sich, er gibt sich zu erkennen: „Ich bin der ‚Ich-bin-für-Euch-da‘!“ – so sein Name, seine Wesensbeschreibung, letztlich seine liebende Zusage. Diese Bibelstelle wird heuer im Mittelpunkt der Aschermittwoch-Liturgie stehen: Das biblisch-christliche Bild eines Gottes, der nicht einfach existiert, sondern für den Menschen da ist, sich ihm zuwendet – es ist für den christlichen Glauben fundamental. In diese Zuwendung Gottes ist der Mensch  hinein genommen – aus ihr heraus kann er sich der Welt zuwenden.
Dies ist ein konkreter Aufruf im II. Vatikanischen Konzil, das sein 50jähriges Jubiläum feiert: Zuwendung zur Welt – ganz besonders zu den „Armen und Bedrängten aller Art“: Darin bekommt die Zuwendung Gottes Hand und Fuß.
Zuwendung Gottes zu uns, Zuwendung zu unseren Mitmenschen nah und fern, Zuwendung zur Welt: Grundbotschaft & -Auftrag des Christentums. Sich einlassen auf den, in dem die Zuwendung Gottes zum Höhepunkt kam: Auf Jesus, dessen Leben wir betrachten – auf die Feier Seines Todes und Auferstehens (Ostern) bereiten wir uns vor…

fastentuch 2013
fastentuch 2013
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Der offizielle Text zum „Schwechater Fastentuch 2013“:
 
Das 13. Schwechater Fastentuch – 2013 von Max Rauch
Zuwendung
„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute,
besonders der Armen und Bedrängten aller Art,
sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.
Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches,
das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.“
(II Vatikanisches Konzil, Beginn der Konstitution „Gaudium et Spes“ 1)

Ob Gott existiert oder nicht – man kann endlos darüber diskutieren und dann zur Tagesordnung übergehen. Doch egal ob „es Gott unmöglich geben kann“ oder „irgend etwas Höheres es ja geben muss“:Beide Zugänge haben mir dem Leben herzlich wenig zu tun.
Der biblisch-christliche Gott, der uns in Jesus unübertreffbar nahe kommt, ist völlig an-ders: Er ist ein Gott der Zuwendung und der Beziehung, der jeden Menschen in einzigartiger Weise liebt, der mitten im Leben am Werk ist und durch die Zuwendung von Menschen erfahrbar wird – so zeigt sich folgerichtig im Mittelpunkt des Fastentuches konkret erlebbare Zuwendung von Menschen.
Es bleibt unklar, ob Frau oder Mann, ob es eine Umarmung liebevoller Zärtlichkeit, groß bewegender Glückseligkeit oder Tröstung in tränenreichem Moment einer Todeserfahrung ist: Zuwendung tröstet, heilt, eröffnet Leben.
In Jesus Christus bekommt Gottes Zuwendung Hand und Fuß, in ihm kommt sie zum unübertreffbaren Höhepunkt der Solidarität Gottes mit uns: Er lebt & liebt, lacht und weint – mit uns! Und er geht darin konsequent bis zum Letzten, bis zum Tod am Kreuz („Kreuz“ am Fastentuch). Doch Gott hat seinen Weg bestätigt: Er ist auferstanden („Sonne“) und lebt: Seine Zuwendung hat das letzte Wort (Ostern). Mit Ihm können auch wir uns angstfrei der „Welt“ zuwenden (vgl. den Grundtext aus dem II. Vatikanischen Konzil oben), uns für Leben & Gerechtigkeit, für Frieden & Bewahrung der Schöpfung engagieren: Mit IHM hat das Leben neu, endgültig begonnen… Lass Dich darauf ein!

                Zusage, dass Gott letztlich alles zum Guten wendet
              Unverdient – von Gott einfach „gratis“ geschenkt.
            Wunder der Schöpfung: ER lässt wachsen & werden – in unserem Herzen, in der Welt.
          Es tut gut, einfach ein durch und durch beschenkter & geliebter Mensch zu sein:
        Nicht durch großartige Leistung verdient – Nein: geschenkt!
      Da: Ein Mensch oder mehrere an meiner Seite: in Ehe, Freundschaft, Gemeinschaft,
    Um Liebe, das Leben, um Freud & Leid zu teilen;
  Neu mit Kraft beschenkt kann ich mich der Welt, dem Leben zuwenden
Geschenk Gottes: „Zuwendung“: Das Göttlichste, das wir einander schenken können.

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